Über Dorothee

Dorothee wurde am 21.09.1989 in Bergisch Gladbach geboren. Ihr Wohnort und damit ihr Lebensmittelpunkt war in Köln - Dellbrück. Bei der U2 wurde bei Dorothee ein Herzgeräusch festgestellt. Der Besuch bei einem Kinderkardiologen brachte dann die Diagnose Marfan-Syndrom, was ihr von ihrem Vater vererbt wurde. Am 04.11.1989 wurde Dorothee in der Pfarrkirche St. Norbert in Köln-Dellbrück getauft. Dort besuchte sie auch später den Kindergarten. Im August 1996 wurde Dorothee in der Kath. Grundschule in Köln-Dellbrück, Urnenstr. eingeschult. Zur 1. Hl. Kommunion ging Dorothee im Jahre 1998. Nach Abschluss der Grundschule, wechselte sie im Sommer 2000 auf die Erzbischöfliche Ursulinenschule zu Köln, Realschule für Mädchen. Den Realschulabschluss erreichte Dorothee im Jahre 2006. Nach dem Realschulabschluss begann Dorothee eine Ausbildung zur Zahnmedizinisch Fachangestellte. Der Ausbildungsvertrag wurde leider nach der Probezeit beendet, weil nach Ansicht des Ausbilders Dorothees körperlicher Zustand für diesen Beruf nicht ausreichend belastbar war. Kurze Zeit später, begann Dorothee ein Praktikum als Medizinische Fachangestellte, welches im Sommer 2007 in einen Ausbildungsvertrag übergehen sollte.
Dorothee war in Köln-Dellbrück in mehrere Vereine intrigiert, so war sie im Kolping aktiv und auch in der Jugendgruppe eines Karnevalsverein tätig. Sie hatte seit längerem einen Freund in Nürnberg, den sie am Wochenende öfters besuchte, oder er nach Köln kam.

Ein Tag aus ihrem Leben, der alles verändern sollte: Mittwoch 28.02.2007

Dorothee kam gegen Mittag von der Arbeit nach Hause. Dort war gekocht und als alle zusammen waren wurde gegessen. An diesem Tag hat es Dorothee besonders gut geschmeckt. Nach dem Essen wurde die Küche aufgeräumt und wir setzten uns für eine Tasse Kaffee ins Wohnzimmer. Gegen 15.40 Uhr kam Dorothees Schwester Henrike (zum diesem Zeitpunkt 14 Jahre) aus der Schule. Henrike hat das Down-Syndrom . Dorothee und Henrike hatten ein sehr inniges Verhältnis. Henrike sagte gegen 16 Uhr zu ihrer Schwester: "Doro hilf mir mal", sie wollte am PC spielen. Meine Frau und ich gingen aus dem Zimmer, Dorothee stand vom Sofa auf und ging in die PC Ecke. Plötzlich hörten wir einen dumpfen Schlag, ein Stuhl fiel um. Ich rief ins Wohnzimmer: " Hört doch mit dem Quatsch auf". Aber eine innere Stimme sagte mir das ich mal nachsehen soll, ein Blick auf die Uhr 16.03 Uhr. Als ich im Wohnzimmer angekommen war, bot sich mir ein schreckliches Bild. Dorothee lag auf dem Boden, ihre Lippen und ihre Wangen waren blau. Meine Frau kam hinzu, hastig räumten wir den Tisch zur Seite um besser an Dorothee heranzukommen. Ich versuchte einen Notruf abzusetzen, aber bei der Feuerwehr war besetzt. Wir haben Dorothee etwas angehoben und richtig hingelegt. Dann die Herzmassage begonnen und Mund zu Mundbeatmung versucht. Es folgten mehrere Anrufe bei der Kölner Feuerwehr immer das gleiche: besetzt. Dann habe ich einen Notruf an die Polizei abgesetzt. Einige Zeit später wieder einen Versuch bei der Feuerwehr: besetzt. Neu wählen zur Polizei nochmals den Notfall gemeldet. Neuer Versuch bei der Feuerwehr: endlich Anschluss. Es war in der Zwischenzeit 16.17 Uhr. Der Notarzt mit Rettungswagen wäre gerade unterwegs. Endlich um 16.25 Uhr trafen dann die Einsatzkräfte bei uns ein. Dorothee wurde mehrmals Reanimiert und dann nach 30 Minuten ins Krankenhaus gebracht. Dorothee wurde sofort auf die Intensivstation gebracht. Sie lag dort 3 Wochen im Koma, bis sie endlich wieder ihre Augen öffnete. Nach 4 Wochen wurde Dorothee in eine Rehaklinik verlegt. Zum Glück befindet sich eine gute Rehaklinik gleich neben dem Krankenhaus. Dort wurde Dorothee weiterbehandelt und ihr Zustand stabilisierte sich . Dorothee wurde in den Rollstuhl gesetzt und es wurden täglich verschiedene Übungen mit ihr gemacht. Doch die Diagnose war nicht erfreulich. Dorothee hatte das apalische Syndrom, ein Zustand im Wachkoma. Es wurden einige Eingriffe durchgeführt, aber Dorothee konnte sich nicht bewegen und sich nicht mitteilen. Eine sehr eingeschränkte Verständigung war nur mit den Augen möglich. Nach einer Zeit war leider keine Verbesserung ihres Zustandes mehr festzustellen und Dorothee sollte entlassen werden. Für Dorothee zu Hause pflegen zu können, war ein Umzug in eine andere Wohnung notwendig. Endlich konnte Dorothee am 05.12.2007 aus der Rehaklinik in die häusliche Pflege entlassen werden. Die Pflege war nur unter Gabe von Sauerstoff möglich und somit musste auch ein Pflegedienst 24 Stunden in unserer Wohnung anwesend sein. Dorothee hatte noch einige Zwischenfälle, die sie und uns immer wieder zurückgeworfen haben. Am 21.12.2007 war ihr Zustand so kritisch, das sie erneut ins Krankenhaus gebracht werden musste. - Dorothee wurde ins künstliche Koma versetzt. Im nächsten Krankenhaus war kein Intensivbett frei, also wurde Dorothee durch die halbe Stadt gefahren. Endlich ein Krankenhaus mit Intensivbett. Nach einigen Untersuchungen wurde uns mitgeteilt, das der Zustand sehr erst wäre und wir mit dem Schlimmsten rechen müssen. Beim anschließenden Schallen stellte man Flüssigkeit im Bauchraum fest, nun wäre eine OP notwendig gewesen, aber dieses Krankenhaus verfügte über keinen chirurgischen OP-Saal. Für einen erneuten Transport war Dorothee zu instabil. Man versuchte alles um diesen Zustand zu verbessern, aber nach einer langen und schlimmen Nacht hatte sie multiples Organversagen und Dorothee ist am 24.12.2007 um 14.05 Uhr im Kreis ihrer Familie verstorben, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.